DIE GESCHICHTE DES "ALTEN WINZERKELLERS":
1824 baute der damalige Besitzer des „Alten Winzerkellers“ Ignaz Berger, das Gebäude in seine heutige Form aus. Dies ist heute am Pressbaum und über der Eingangstür ersichtlich ("18 IB 24"). Berger betrieb in Kirchberg ein florierendes Eisenwarengeschäft. Aus den Eisenschmieden des Voralpenlandes brachte er vor allem bäuerliches Arbeitsgerät (Pflüge, Sensen etc.) nach Kirchberg wobei er im Gegenzug Wein und Getreide lieferte. Der Alte Winzerkeller diente ihm dabei als Schüttkasten (Lagerraum für Getreide) und Weinkkeller. Auf Grund der Dimensionen darf angenommen werden des der Handel mit Wein und Getreide im größerem Stil betrieben wurde. Ignaz Berger erlangte bald Wohlstand und erwarb zwei große Häuser am Marktplatz.
Nach seinem Tod 1870 ging der Besitz erblich an die ortsansässige Kaufmannsfamilie Delapina über, die räumlichen Gegebenheiten wurden als Magazin für Ihren gut gehenden Großhandel genutzt.
Im Jahre 1938 pachtete die Winzergenossenschaft Kirchberg den Komplex und verwendete ihn bis zur Fusionierung mit der Winzergenossenschaft Krems im Jahre 1974 als Presshaus und Keller.
Die Kirchberger Feuerwehr hatte ihr Gerät bis Mitte der 70er Jahre in dem kleinen Zubau untergebracht und erst 1980 wurde der Schlauchturm, von dem heute noch die Fundamente zu sehen sind abgetragen. In der oberen Etage, dem ehemaligen Schüttkasten, betrieb Meister Ernst Cihal seine Tischlerei.
Nachdem mit dem Ende der Winzergenossenschaft das Gebäude funktionslos geworden war, verkaufte die Familie Delapina an die Gemeinde Kirchberg.
Der „Alte Winzerkeller“ wurde teilweise unter Denkmalschutz gestellt (Pressbaum und Keller). Da es aber kein Nutzungskonzept gab und der Verfall rapide voran ging verkaufte man das Areal Ende der 80er Jahre an eine Siedlungsgenossenschaft. Gebaut wurde aber auf Grund der Auflagen bis 1995 nicht.
Als ich mich 1995 für das Gebäude interessierte und der Denkmalschutz für das gesamte Gebäude gültig wurde, verkaufte die Genossenschaft an unsere Familie. Nach 3 jähriger Bauzeit, wobei ich den Großteil der Renovierungsarbeiten zusammen mit einem Helfer selbst durchführte, begann im Sommer 1998 der „Hotelbetrieb“. - Ernst Vogel